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So zerstören Sie Ihren Newsletter

Neulich erreichte mich eine E-Mail. Erster Satz: „Schreiben Sie jetzt hier Ihren Newsletter Text. Verwenden Sie den Platzhalter. Dieser Platzhalter wird dann durch die personalisierte Ansprache im Newsletter ersetzt. Fügen Sie Bilder und Text aus Word oder Powerpoint…“

Ich breche hier mal ab, das Muster wird erkennbar. Das war keine ernst gemeinte E-Mail mit dem Angebot, einen Newsletter zu versenden. So ganz ohne Ansprache, Einleitung usw. Das war ein Fehler: Da hat wohl jemand zu früh auf den „Senden“-Button gedrückt und den Platzhalter-Text verschickt.

Das Ganze erinnert mich an eine Episode, die ich bei der Tageszeitung erlebt habe. Und die geht so:

Der Mist vom Kreis

Zeitungsleute schreiben nicht jede einzelne Zeile selbst. Manche Meldungsspalte wird gefüllt mit Material von Vereinen, mit Pressemitteilungen von Unternehmen oder vom öffentlichen Dienst. Nehmen wir an, es wird eine Mitteilung von der Kreisverwaltung erwartet. Grottenlangweiliger Verwaltungskram. Wollte kein Journalist hin, zumal der Kreis seine PR-Leute eh etwas anfertigen lässt: „Wir haben da was in Vorbereitung, schicken wir ihnen in zwei Stunden.“

Die grottenlangweilige Kreis-Meldung soll auf Seite fünf in die rechte Außenspalte, denkt sich der zuständige Seitenplaner. Damit keiner seiner Kollegen etwas anderes in die rechte Außenspalte auf der Fünf schiebt, macht der Seitenplaner seine Software auf, mit der die Zeitung gemacht wird, und schreibt in das Förmchen, das für die Überschrift der besagten Spalte vorgesehen ist: „Hier kommt der Mist vom Kreis rein.“

Richtiger Text, falsche Überschrift

Blöd nur, wenn keiner später noch mal die Überschrift anfasst. Was damit endet, dass der Text zwar der richtige ist, aber die Überschrift mit dem „Mist“ stehen bleibt. Keiner der Kollegen hat die Überschrift geändert. Beim Überfliegen der Seite sahen die Herrschaften nur: steht ja schon was drin. Stand ja auch. Nur nicht das richtige.

Kein Witz und doch lustig, ist genau so passiert. Daraus kann man lernen: Verwenden Sie keine Platzhalter, vor allem nicht in Überschriften. Verwenden Sie auch keine Platzhalter in Newslettern.

Ich höre jetzt allerdings schon die Grafik-Designer aufstöhnen: Wir brauchen unseren „Lorem Ipsum…“, sonst können wir die Broschüre nicht entwerfen. Stimmt sogar. Ohne Blindtext lässt sich ein Web oder Print-Design schwer so darstellen, dass seine finale Form erkennbar wird. Diese Art von Blindtext ist okay – weil er in einen kompletten Arbeitsprozess eingebunden ist, bei dem mehrere Stellen und mehrere verschiedene Menschen das Endprodukt im Blick haben.

Lorem-Ipsum-Alternativen, nicht nur für Newsletter

Geben Sie Ihren Newsletter selbst raus? Oder arbeiten Sie mit einem sehr, sehr kleinen Team? Dann verzichten Sie besser besser auf Blindtext. Je kürzer die Wege, desto höher die Gefahr, dass der Mist vom Kreis reinkommt.

Trotzdem noch nicht die Nase voll von Blindtext? Hier gibt es ein paar Alternativen zum ewig gleichen „Lorem Ipsum…“:

Zombie-Blindtext

Blindtext für Vegetarier

Blindtext-Generator mit Trappatoni-Blindtext

 

 

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