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Success Story Fond Of - Rechnungsverarbeitung - Photo by Štefan Štefančík on Unsplash

Bearbeitungszeit von Rechnungen drastisch verkürzt

Die Fond Of GmbH stellt Rucksäcke, Schultaschen Kleidung und Accessoires her. In Spitzenzeiten bekommt das 240 Mitarbeiter große Unternehmen in Köln rund 100 Rechnungen auf Papier am Tag. Jede Rechnung bekam einen Stempel, wurde durch das ganze Büro geschleppt und im Finance-Bereich behandelt, mindestens vier bis fünf Leute mussten jede Rechnung anfassen.

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Wie kann sich ein altehrwürdiges Möbelhaus selbst neu erfinden?

Erschienen in der “Niederrhein Wirtschaft” der Niederrheinischen IHK im November 2016

„Mein Vater hat mir alles beigebracht“, sagt Gerd Kleinmanns, Inhaber und Geschäftsführer der Möbel Kleinmanns GmbH in Kleve-Kellen in dritter Generation. Großvater Gerhard Kleinmanns gründete das Unternehmen 1926, heute hat es 18 Mitarbeiter, verkauft Möbel und Küchen. „Ich bin 1986 nach einer Schreinerlehre eingestiegen. Doch 2009 kam die Wirtschaftskrise.“

Das Jahr gilt als einer der Höhepunkt der sogenannten Weltwirtschaftskrise ab 2007, die durch das Platzen einer Immobilien-Blase ausgelöst wurde und die mit einer Finanz- und Bankenkrise einherging. Viele Banken und Unternehmen weltweit kämpfen mit einbrechenden Krediten und Aufträgen, auch in Deutschland.

Wirtschaftskrise trifft Mittelständler

„Das große Kunden-Potenzial  in Holland“, erinnert sich Gerd Kleinmanns, „war einfach weg.“ Sein Rezept hieß damals noch: Ärmel hochkrempeln und durch, es kommen schon wieder bessere Zeiten. Doch das einzige, was kam, war noch mehr Arbeit –ohne mehr Gewinn, um neue Mitarbeiter einzustellen.

„Wir traten auf wie jedes andere Möbelhaus, wir waren nicht individuell“, sagt Geschäftsführer Gerd Kleinmanns. „Aber ich hatte immer schon die Idee, uns komplett neu zu erfinden.“ Der Schlüssel zur Wiedergeburt sei die Verwurzelung in der Region gewesen. Kleinmanns: „Dann hatte ich das Glück, Dorothea Heeks kennen zu lernen.“

„Du kaufst kein Möbelstück“

Dorothea Heeks verfügt über langjährige professionelle Marketingerfahrung. Sie erkannte schnell das Potenzial, das in Möbel Kleinmanns schlummerte: „Wir haben mit lokalem Marketing das Unternehmen neu erfunden.“ Einer der aktuellen Slogans: „Du kaufst kein Möbelstück, du kaufst ein Stück Niederrhein.“

Zu der Idee des lokalen Phönix aus der Asche kommen handfeste Verbesserungen, wie optimierte Abläufe, die für mehr Umsatz sorgen – und nicht für mehr Arbeit. Einer der wichtigsten Punkte war die Renovierung des Stammhauses in Kleve-Kellen. Kleinmanns: „Wir hatten ein Ladenlokal mit ein paar Schaufenstern, und dahinter die Schreinerei. Der hintere Bereich ist zwar regelmäßig erweitert worden, doch dass der Bereich heute rund 2500 Quadratmeter groß ist, sah man früher der Ladenfront nicht an.“

Als Unternehmer die eigenen Leute wachsen lassen

Kleinmanns Lösung: Alle Gebäude von außen in derselben Farbe streichen. Gleichzeitig galt es, das Team bei den Kursänderungen mitzunehmen. Nicht mehr „nur ein weiteres Möbelhaus“, sondern „ein Stück Niederrhein“. Team-Trainings im Hochseilgarten sorgten für frischen Wind. „Wir haben mehr mit den Menschen gesprochen“, so Kleinmanns, „und mehr Mitspracherecht eingeräumt.“

Und: „Früher dachte ich, ich könne selbst alles am besten. Doch als Unternehmer braucht man heute die Weitsicht, von seinen Leuten mehr abzuverlangen, ihnen mehr Verantwortung zu geben und sie daran wachsen zu lassen.“ Gleichzeitig gelte es, „klare Kante“ zu zeigen.

„Wir haben auch unsere Kunden gefragt, wie wir heißen sollen“, sagt Kleinmanns, „und unsere Kunden bei der Auswahl des Slogans mit entscheiden lassen.“ Der Slogan: „Kochen und Wohnen, wie es mir gefällt.“  Eine Werbekampagne mit 21 Videos auf Youtube inszeniert den lokalen Player. Ein Spot zeigt etwa eine komplett aufgebaute Küche – auf einem Acker. Auf Youtube kommen auch die Mitarbeiter zu Wort: „Hallo, ich bin Sabine Pauls und ich arbeite seit 15 Jahren bei Möbel Kleinmanns in der Planung. Ich arbeite hier, weil ich hier Beruf und Familie gut miteinander vereinbaren kann.“

Ende gut, alles gut? Sogar an eine mögliche Nachfolge hat Gerd Kleinmanns schon gedacht – allerdings wird es noch etwas dauern, bis Kleinmanns Tochter das Ruder übernimmt: „Sie ist ja erst neun.“

 

 

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