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Bud Spencer Terence Hill Rainer Brandt wikimedia

Was war das Geheimnis von Bud Spencer, und warum heißt es mit Vornamen „Rainer“?

Der Synchronsprecher Rainer Brandt sorgte für den trockenen, schrägen Humor der Spencer-und-Hill-Filme – Erschienen in der Westfälischen Rundschau am 6. Dezember 2011

Schwäbisch Gmünd/Berlin. „Sie drehten gerade eine Szene in einem orientalischen Basar, wo ein Liliputaner mit einem Messer in der Hand an einem riesigen Wandteppich runterrutschen muss, um dann unten angekommen, Carlo diesen Gruß aus Solingen in die Rippen zu jagen“, erinnert sich Rainer Brandt. Mit „Carlo“ ist Bud Spencer gemeint, und der „Gruß aus Solingen“ beschreibt ein Messer. Diese Art von Wortwitz beherrscht nur einer: Rainer Brandt, Berliner Synchronsprecher und Dialogschreiber, beschreibt Dreharbeiten an einem „Plattfuß“-Film.

Während die Filme von Bud Spencer und Terence Hill hierzulande schwer berühmt sind, weiß aber kaum jemand, wer eigentlich hinter den aberwitzigen Dialogen steckt, die die deutschen Fassungen der Spencer-und-Hill-Filme erst so richtig zum Erfolg gemacht haben. Ohne die schrägen Sprüche von Rainer Brandt wären die Filme nämlich B-Ware geblieben, erst seine Dialogarbeit hat der „linken und der rechten Hand des Teufels“ den Weg zum Kino-Olymp freigeschaufelt. Bud Spencer, bürgerlich auch als Carlo Pedersoli bekannt, hat erst Ende vergangener Woche ein Freibad in Schwäbisch Gmünd eröffnet. Zeit, mal bei Rainer Brandt zu fragen, ob Spencer und Hill überhaupt wussten, was Brandt mit ihren Filmen nach Drehschluss noch alles anstellte.

„Schönen guten Tag. Möchten Sie vielleicht zunächst eine Dusche nehmen?“

„Die Jungs wussten das auch, denn selbstverfreilich kennen wir uns gut.“ Selbstverfreilich. Noch so ein Brandt-Wort, das nur er hinkriegt. „Schönen guten Tag. Möchten Sie vielleicht zunächst eine Dusche nehmen?“ So begrüßte er einst „taz“-Redakteure zum Interview. „Was bleibt am besten in den Zuschauer-Birnen hängen…? Wenn sie richtig anlachen können. Damit habe ich ,Null’-Filme oft gerettet.“ Allerdings, Kostproben gefällig? „Wer beim Duschen den Hut absetzt, riskiert ‘ne Grippe“ (Banana Joe); „Wenn du glaubst, du hast einen Dummen vor dir, dann bist du bei mir an der richtigen Adresse“ (Das Krokodil und sein Nilpferd); „Auf Wiedersehen, aber es eilt nicht“ (Plattfuß in Hongkong).

Der „taz“ verriet Brandt auch sein Geheimrezept. Er sah sich die Filme vor dem Synchronisieren zwei Mal an, einmal mit, einmal ohne Ton. Und: „Ich habe immer versucht, einfallslose Kampfszenen durch Dialoge den Zuschauern nahe zu bringen.“ So kam es etwa dazu, dass in der deutschen Fassung gerade ein dummer Spruch abgeliefert wurde, während die Schauspieler auf der Leinwand tatsächlich halbwegs ernst guckten
– trockener Humor nach Brandt-Art. „Dass Carlo meine Arbeit immer geschätzt hat, davon gehe ich aus“, so Brandt, „und wenn er gewusst hätte, wie gut ich koche, hätte er mich eventuell geheiratet.“

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